Research und Studien

Die „Funktionelle Magnetstimulation“ (FMS) des Beckenbodens mit dem PelviPower-Magnetfeldtrainer basiert auf dem Prinzip der „Repetitiven Peripheren Muskelstimulation (RPMS)“, die sich in der Anwendung als wirksame Therapieform in einem breiten Bevölkerungsspektrum erwiesen hat. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die verfügbaren Forschungsergebnisse, gegliedert nach spezifischen Anwendungsbereichen. In jedem Bereich finden Sie eine schriftliche Zusammenfassung über die Wirksamkeit von FMS, mit entsprechenden Zitaten. Alle zitierten Studien sind dann unterhalb der Zusammenfassung aufgelistet und stehen für Sie zum Download im PDF-Format bereit. In allen verfügbaren überprüften Forschungsarbeiten und kontrollierten Studien zu FMS wurden keine unerwünschten Wirkungen oder Sicherheitsbedenken berichtet, daher wird anerkannt, dass FMS eine sichere und nicht-invasive Behandlungsoption ist.


Harninkontinenz

Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, die alle veröffentlichten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zur ‚Funktionellen Magnetstimulation‘ (FMS) bei Harninkontinenz (UI) vergleichen, kommen zu dem Schluss, dass FMS eine wirksame Behandlungsmodalität ist [1,2,3].

Der positive Effekt von FMS zeigte sich in der signifikanten Verbesserung der Lebensqualität, der Heilungsraten und der signifikant verbesserten objektiven und subjektiven Messungen der Inkontinenz. Beispielsweise linderte die FMS-Therapie die Harninkontinenz, evaluiert mit dem international validierten Fragebogen ICIQ-UI SF, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Patienten mit Dranginkontinenz [4] oder Belastungsinkontinenz [5], die sich refraktär gegenüber herkömmlichen Beckenbodentraining zeigten. Die Studien variierten von der Betrachtung einer kontinuierlichen Stimulation von 10 Hz [4] bis hin zu Frequenzen von bis zu 50 Hz. FMS mit einer Frequenz von 50 Hz, verabreicht für 20 Minuten, zweimal wöchentlich für 2 Monate, erzeugte positive Langzeitansprechraten nach 1 Jahr bei einer weiblichen SUI-Population [6,7]. Responder wurden definiert als eine 5-Punkte-Reduktion auf dem ICIQ-UI SF, wobei 70% in der FMS-Behandlungsgruppe Responder waren, verglichen mit nur 25% in der Kontrollgruppe [6].

Die Wirksamkeit von FMS wurde auch durch Elektromyographie (EMG), urodynamische Tests und diagnostischen Ultraschall nachgewiesen [8,9,10, 11]. So wurde beispielsweise eine signifikante Verbesserung der EMG-Aktivität der Beckenbodenmuskulatur nach einer einzigen FMS-Intervention (10 – 50 Hz) im Vergleich zu einer Scheinkontrollgruppe festgestellt [8]. Kürzere Behandlungsprogramme von sechs 20-minütigen Sitzungen in einer gemischten Population von Männern und Frauen mit UI zeigen ebenfalls einen verbesserten Langzeiteffekt auf die Inkontinenz, eine signifikante Reduktion der Miktionsfrequenz und Nykturie und verbesserte urodynamische Ergebnisse [9], zusätzlich werden Vorteile eines gesteigerten sexuellen Verlangens berichtet [12]. Silantyeva et al. (2019) nutzten diagnostischen Ultraschall, um signifikante positive Veränderungen in der Dynamik des Beckenbodens aufzuzeigen: eine Verringerung des Urinverlusts und der Beckenbodenbeeinträchtigung nach der Behandlung. Ein Unterschied, der weder in der Elektrostimulations- noch in der Scheinkontrollgruppe beobachtet wurde [11].

Referenzen:
1. Meta-analysis of the Efficacy of Magnetic Stimulation for Female Stress Urinary Incontinence.
Sun K, Wu G, Wang J, Wang T, Zhang D, Cui Y, Wu J.
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2. Magnetic stimulation for female patients with stress urinary incontinence, a meta-analysis of studies with short-term follow-up.
Peng L, Zeng X, Shen H, Luo D.
2019 May; 98(19):e15572. doi: 10.1097/MD.0000000000015572.


3. An Effective Meta-analysis of Magnetic Stimulation Therapy for Urinary Incontinence
He Q, Xiao K, Peng L, Lai J, Li H, Luo D, Wang K.
Sci Rep. 2019 Jun; 9077. doi: 10.1038/s41598-019-45330-9


4. Multicenter, randomized, sham-controlled study on the efficacy of magnetic stimulation for women with urgency urinary incontinence
Yamanishi T, Homma Y, Nishizawa O, Yasuda K, Yokoyama O; SMN-X Study Group.
Int J Urol. 2014 Apr;21(4):395-400. doi: 10.1111/iju.12289.

5. Effects of magnetic stimulation on urodynamic stress incontinence refractory to pelvic floor muscle training in a randomized sham-controlled study.
Yamanishi T, Suzuki T, Sato R, Kaga K, Kaga M, Fuse M
Low Urin Tract Symptoms. 2017 Sep; 29. doi: 10.1111/luts.12197.

6. Pulsed Magnetic Stimulation for Stress Urinary Incontinence: 1-Year Followup Results.
Lim R, Liong ML, Leong WS, Karim Khan NA, Yuen KH.
J Urol. 2017 May;197(5):1302-1308. doi: 10.1016/j.juro.2016.11.091


7. Effect of pulsed magnetic stimulation on quality of life of female patients with stress urinary incontinence: an IDEAL-D stage 2b study.
Lim R, Liong ML, Leong WS, Karim Khan NA, Yuen KH.
Int Urogynecol J. 2018 Apr;29(4):547-554. doi: 10.1007/s00192-017-3439- 8. Epub 2017 Aug 8.

8. Assessment of the Short-Term Effects after High-Inductive Electromagnetic Stimulation of Pelvic Floor Muscles: A Randomized, Sham-Controlled Study.
Ptaszkowski K, Malkiewicz B, Zdrojowy M, Ptaszkowska L, Paprocka-Borowicz M.
J Clin Med. 2020 Mar;9(3):874.doi: 10.3390/jcm9030874.


9. High-power Magnetotherapy: A new Weapon in Urinary Incontinence?
Vadalà M, Palmieri B, Malagoli A, Laurino C.
Low Urin Tract Symptoms. 2018 Sep;10(3):266-270.doi: 10.1111/luts.12174. Epub 2017 Jun 18.

10. Functional magnetic stimulation for mixed urinary incontinence.
But I, Faganelj M, Sostaric A.
J Urol. 2005 May;173(5):1644-6.


11. A Comparative Study on the Effects of High-Intensity Focused Electromagnetic Technology and Electrostimulation for the Treatment of Pelvic Floor Muscles and Urinary Incontinence in Parous Women: Analysis of Posttreatment Data
Silantyeva E, Zarkovic D, Astafeva E, Soldatskaia R, Orazov M, Belkovskaya M, Kurtser M.
Female Pelvic Med Reconstr Surg. 2020 Jan; .doi: 10.1097/SPV.0000000000000807.Online ahead of print.


12. Safety and Efficacy of a Non-Invasive High-Intensity Focused Electromagnetic Field (HIFEM) Device for Treatment of Urinary Incontinence and Enhancement of Quality of Life.
Samuels J.B, Pezzella A, Berenholz J, Alinsod, R.
Lasers Surg Med. 2019 Nov;51(9):760-766.doi: 10.1002/lsm.23106.

Stuhlinkontinenz

Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT), die die Wirkung von FMS auf die postpartale Stuhlinkontinenz untersuchte, ergab, dass die Behandlung mit FMS, signifikant wirksamer war als PFMT allein. Im FMS-Training wurde zusätzlich zur PFMT eine Frequenz von 50 Hz an die Beckenbodenmuskulatur für 30 Minuten, dreimal pro Woche für zwei aufeinanderfolgende Monate abgegeben. [1]. Pilotstudien zeigen auch positive Behandlungseffekte von FMS bei Stuhlinkontinenz mit reduzierten Stuhlinkontinenz-Scores, verbesserter Lebensqualität und signifikant verbesserter Rekrutierung der entsprechenden Muskeln nach der Behandlung [2, 3].

Referenzen:
1. The Effect of Magnetic Stimulation of Pelvic Floor on Treating Postpartum Fecal Incontinence.
Sabbour A, Shafik A.
Fac. Ph. Th. Cairo Univ. 2009 July; 14(2):155-164

2. Effects of extracorporeal magnetic stimulation in fecal incontinence
Brusciano L, Gambardella C, Gualitieri G, Terracciano G, Tolone S, Schiano di Visconte M, Grossi U, del Genio G, Docimo L.
Open Med
2020; 15:57-64. https://doi.org/10.1515/med-2020-0009


3. A Pilot Study of Extracorporeal Magnetic Stimulation of the Pelvic Floor for the Treatment of Women With Fecal Incontinence and Underactive Pelvic Floor Muscles.
Shobeiri SA, Chesson RR, West EC, Shott S, Hoyte L
Pelvic Medicine & Surgery. 2007 Feb; 13(1):19-26

Schmerzen (Rücken, Regel, Becken)

Die Auswirkungen der Magnetstimulation wurden auch auf zellulärer und physiologischer Ebene untersucht. In jüngster Zeit hat sich gezeigt, dass FMS primäre sensorische Neuronen beeinflusst, was die beobachteten analgetischen Effekte erklären kann [1].

FMS ist in der Lage, sensorisch-motorische Beeinträchtigungen zu verbessern und sowohl akute als auch chronische Schmerzen zu reduzieren. Dies wird in Studien gezeigt, die die Wirkung der Repetitiven Peripheren Magnetstimulation (RPMS) bei Patienten mit akuten und chronischen Schmerzzuständen untersuchten [2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10]. RPMS reduzierte signifikant die Schmerzen und verbesserte die funktionelle Fähigkeit nach der Behandlung und bei der dreimonatigen Nachuntersuchung bei muskuloskelettalen und neurologischen Schmerzzuständen akuter und chronischer Natur [2]. Eine randomisierte, scheinkontrollierte Studie mit RPMS bei einer Population mit akuten Rückenschmerzen zeigte ebenfalls Effekte einer sofortigen und anhaltenden Schmerzlinderung, als auch einer früheren funktionellen Erholung [3]. Bei chronischen Rückenschmerzen konnte gezeigt werden, dass RPMS eine positive Ergänzung zum motorischen Training darstellt, indem es die Erfolge, die über das alleinige Training (und die Scheinkontrolle) erreicht werden, verbessert [4]. Studien haben auch gezeigt, dass FMS bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen wirksam ist [5, 6, 7]. Zum Beispiel wurde in einem RCT nachgewiesen, dass eine einzige FMS-Sitzung zu einer signifikanten Verbesserung von Schmerzen im Zusammenhang mit lumbaler Spondylose, führte[5]. Savulescu et al. (2021) fanden heraus, dass FMS allein eine signifikante Verbesserung der mit lumbaler Radikulopathie assoziierten Schmerzen bewirkte und dass die funktionelle Erholung in Kombination mit einem körperlichen Rehabilitationsprogramm noch ausgeprägter war [6]. FMS in Kombination mit anderen physiotherapeutischen Ansätzen hat auch die Ergebnisse bei Patienten mit degenerativem oder traumatischem Ischias-Syndrom verbessert [7]. RPMS mit 20 Hz, verabreicht an myofaszialen Triggerpunkten im Trapeziusmuskel, reduzierte ebenfalls signifikant den Schmerz und verbesserte den Bewegungsumfang. [8].

Ein Bericht über klinische Ergebnisse bei einer Population von Personen mit Beckenschmerzen, mit unterschiedlichem gynäkologischen Ursprung, ergab, dass die Schmerzen nach 1-3 Sitzungen in 90 % der Fälle deutlich reduziert wurden [9]. In einer kürzlich veröffentlichten Studie verringerte FMS signifikant die Schmerzen, erhöhte die Lebensqualität und steigerte das Progesteron bei Personen mit primärer Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation) im Vergleich zu einem Aerobic-Übungsprogramm [10]. Die Produktion von uterinen Prostaglandinen wurde als ein Mechanismus identifiziert, der der Dysmenorrhoe zugrunde liegt, da sie Krämpfe und Ischämie stimulieren. Die höheren Progesteronspiegel in der FMS-Gruppe sind wahrscheinlich für die verminderten Menstruationsschmerzen verantwortlich, da Progesteron die Prostaglandinsynthese hemmt [10].

Referenzen:
1. Acute exposure to high-induction electromagnetic field affects activity of model peripheral sensory neurons.
Prucha J, Krusek J, Dittert I, Sinica V, Kadkova A, Vlachova V.
J Cell Mol Med. 2018 Feb;22(2):1355-1362.


2. Repetitive Peripheral Magnetic Stimulation as Pain Management Solution in Musculoskeletal and Neurological Disorders – A Pilot Study.
Zarkovic D & Kazalakova K.
International Journal of Physiotherapy, 2016, Vol. 3(6), p. 671–675


3. Effects of Repetitive Peripheral Magnetic Stimulation on Patients With Acute Low
Back Pain: A Pilot Study.
Lim Y, Song M, Choi E, Lee JW.
Ann Rehabil Med 2018;42(2):229-238 pISSN: 2234-0645


4. Repetitive peripheral magnetic neurostimulation of multifidus muscles combined with motor training influences spine motor control and chronic low back pain.
Massé-Alarie H, Beaulieu LD, Preuss R, Schneider C.
Clin Neurophysiol. 2017 Mar;128(3):442-453

5. A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Repetitive Spinal Magnetic Stimulation in Lumbosacral Spondylotic Pain.
Lo YL, Fook-Chong S, Huerto AP, George PM.
Pain Medicine. 2011; 12:1041–1045 Wiley Periodicals, Inc
.

6. Repetitive Peripheral Magnetic Stimulation (rPMS)
in Subjects With Lumbar Radiculopathy: An Electromyography-guided Prospective, Randomized Study
Savulescu SE, Berteanu M, Filipescu M, Beiu C, Mihai M, Popa LG, Popescu SI, Balescu I, Bacalbasa N, Popescu M.
in vivo 35: 623-627 (2021) doi:10.21873/invivo.12300


7. The Effectiveness of the Functional Magnetic Stimulation Therapy in Treating
Sciatica Syndrome.
Radakovic T & Radakovic N
Open Journal of Therapy and Rehabilitation, 2015, 3, 63-69
SciRes. 2015. August. Published Online. http://www.scirp.org/journal/ojtr


8.Therapeutic effects of peripheral repetitive magnetic stimulation on myofascial pain syndrome
Smania N, Corato E, Fiaschi A, Pietropoli P, Aglioti SM, Tinazzi M.
Clin Neurophysiol. 2003 Feb;114(2):350-8.


9. Electrochemical therapy of pelvic pain: effects of pulsed electromagnetic fields (PEMF) on tissue trauma.
Jorgensen WA, Frome BM, Wallach C.
Eur J Surg Suppl. 1994;(574):83-6.


10. Effect of Pulsed Electromagnetic Field Versus Aerobic Exercise on Primary Dysmenorrhea.
Awad AM, Elbandrawy AM, Lbrandrawy, Gabr, AA, Abd El Hamid, AH.
Med. J. Cairo Univ. 2020 Dec; Vol. 88(5):2165-2175

Nach der Geburt – Rückbildung

Die Beckenbodendysfunktion (PFD) beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich, und ihr Auftreten steht in engem Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Silantyeva et al. (2020) fanden heraus, dass bei Frauen nach der Geburt die Funktionelle Magnetstimulation (FMS) bei der Behandlung von PFD signifikant effektiver war als die Elektrostimulation. Es wurde eine verbesserte Kraft und Ausdauer der Beckenbodenmuskulatur, mittels Elektromyographie gemessen, nachgewiesen, was die beobachtete Verringerung der Inkontinenz als auch der sexualbezogenen PFD-Symptome erklären soll [1,2].

FMS hat sich auch bei der Behandlung des postpartalen Beckenorganprolaps (POP) als wirksam erwiesen, wenn es in Kombination mit Elektrostimulation und Biofeedback angeboten wird [3]. Diese retrospektive Analyse von 90 Patientinnen mit postpartaler POP, die diese Behandlungskombination erhielten, einschließlich 10 Sitzungen FMS, die 20 Minuten lang mit 30 Hz verabreicht wurden, ergab eine signifikante Reduzierung des POP-Stadiums (100 % der Patientinnen konnten sich um mindestens ein POP-Stadium reduzieren!). Die PFM-Stärke, gemessen durch digitale Beurteilung und EMG, sowie das PFM-Bewusstsein nahmen nach der Behandlung ebenfalls signifikant zu [3].

Ein ‘ Randomized Controlled Trial’ (RCT), welches die Wirkung von FMS auf die postpartum Stuhlinkontinenz untersuchte, ergab, dass die Gruppe, die FMS erhielt, signifikant effektiver war als PFMT allein. Das FMS-Training stimulierte die Beckenbodenmuskulatur mit einer Frequenz von 50 Hz für 30 Minuten, dreimal pro Woche für zwei aufeinanderfolgende Monate zusätzlich zur PFMT [4].

Es hat sich gezeigt, dass Magnetstimulation die kontraktile Funktion der Muskeln und die Muskelregeneration verbessert, indem sie das entzündliche Filtrat und die Bildung von Narbengewebe nach einem Trauma minimiert [5].Daher kann die Magnetstimulation auch bei der Stärkung und dem Heilungsprozess der Beckenbodenmuskulatur nach Schwangerschaft und Entbindung helfen.

Referenzen:
1. Electromyographic Evaluation of the Pelvic Muscles Activity After High-Intensity Focused Electromagnetic Procedure and Electrical Stimulation in Women With Pelvic Floor Dysfunction
Silantyeva E, Dragana Z, Ramina S, Evgeniia A, Orazov M.
Sex Med. 2020 Jun;8(2):282-289. doi: 10.1016/j.esxm.2020.01.004. Epub 2020 Mar 4


2. A Comparative Study on the Effects of High-Intensity Focused Electromagnetic Technology and Electrostimulation for the Treatment of Pelvic Floor Muscles and Urinary Incontinence in Parous Women: Analysis of Posttreatment Data
Silantyeva E, Zarkovic D, Astafeva E, Soldatskaia R, Orazov M, Belkovskaya M, Kurtser M.
Female Pelvic Med Reconstr Surg. 2020 Jan 25. doi: 10.1097/SPV.0000000000000807.Online ahead of print

3. Efficacy of pelvic floor magnetic stimulation combined with electrical stimulation on postpartum pelvic organ prolapse: a retrospective study.
Zhang L, Juan X, Tang, J.
Pelviperineology. 2020;39(1):18-23


4. The Effect of Magnetic Stimulation of Pelvic Floor on Treating Postpartum Fecal Incontinence.
Sabbour A, Shafik A.
Fac. Ph. Th. Cairo Univ. 2009 July; 14(2):155-164


5. Magnetic stimulation supports muscle and nerve regeneration after trauma in mice.
Stölting MN, Arnold AS, Haralampieva D, Handschin C, Sulser T, Eberli D.
Muscle Nerve. 2016 Apr;53(4):598-607.

Sexuelle Funktion (inkl. Erectile Dysfunktion)

Männliche erektile Dysfunktion:
Eine kontrollierte Studie an Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) zeigte die Wirksamkeit von FMS bei der Erhöhung des intrakorporalen Drucks und der Erzeugung einer vollständigen Erektion des Penis. FMS stimulierte mit einer Frequenz von 20 Hz für 10 Minuten über den dorsalen Anteil der Penisbasis, was angenommen den Schwellkörpernerv stimuliert hat [1]. Eine dreiwöchige FMS mit einer Frequenz von 18 Hz verbesserte ebenfalls signifikant die Intensität und Dauer der Erektion, die sexuelle Aktivität, die Libido und das allgemeine Wohlbefinden bei Männern, die an ED und Orgasmusstörung litten, im Vergleich zu einer Placebo-Kontrollgruppe [2].

Referenzen:
1. Magnetic stimulation of the cavernous nerve for the treatment of erectile dysfunction in humans.
Shafik A, el-Sibai O, Shafik AA
Int J Impot Res. 2000 Jun;12(3):137-41


2. Impulse Magnetic-Field Therapy for Erectile Dysfunction: A Double-Blind,Placebo-Controlled Study
Pelka R, Jaenicke C, Gruenwald J
dv Ther. Jan-Feb 2002;19(1):53-60.


Weibliche Sexualfunktion:
FMS verbesserte die sexuelle Funktion bei Paaren, wenn die weibliche Partnerin mit Stressharninkontinenz behandeltwurde. Verbesserungen der sexuellen Funktion wurden nicht nur bei den behandelten Frauen, sondern auch bei ihren männlichen Partnern über mehrere Dimensionen hinweg nachgewiesen, z. B. Verbesserung des Gesamtscores der sexuellen Funktion bei gleichzeitiger Verringerung der vorzeitigen Ejakulation, Verringerung der erektilen Dysfunktion, Verbesserung der sexuellen Zufriedenheit und Erhöhung der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs [1]. In einer anderen Studie zu FMS bei Harninkontinenz wurden als zusätzliche Vorteile der FMS-Behandlung ein gesteigertes sexuelles Verlangen und intensivere Orgasmen berichtet [2].

Referenzen:
1. Effect of pulsed magnetic stimulation on sexual function in couples with female stress urinary incontinence partners
Lim R, Liong ML, Lau YK, Leong WS, Khan, NAKK, Yuen KH.
Journal of Sex & Marital Therapy, 2017 July; DOI: 10.1080/0092623X.2017.1348417


2. Safety and Efficacy of a Non-Invasive High-Intensity Focused Electromagnetic Field (HIFEM) Device for Treatment of Urinary Incontinence and Enhancement of Quality of Life.
Samuels J.B, Pezzella A, Berenholz J, Alinsod, R.
Lasers Surg Med. 2019 Nov;51(9):760-766.doi: 10.1002/lsm.23106.

Prostata

Benigne Prostatahyperplasie:

Die funktionelle Magnetstimulation (FMS) hat einen signifikanten Einfluss auf die Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) [1,2,3,4]. Eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie zeigte nach der FMS-Behandlung eine signifikante Verbesserung der subjektiven Symptome, die mit dem International Prostate Symptom Score (IPSS) bewertet wurden, sowie eine Verringerung des prostataspezifischen Antigens und der Anzahl der weißen Blutkörperchen. Diese Vorteile waren sowohl bei alleiniger Anwendung von FMS, als auch in Kombination mit Beckenboden- und Aerobic-Therapie im Vergleich zu einer Placebo-Behandlungsgruppe, signifikant [1]. Die Magnetfeldtherapie führte zusammen mit der Vibrationsstimulation, bei täglich 30 minütiger Anwendung im Bereich des Damms, bei BPH-Patienten innerhalb der ersten Behandlungswoche zu einer Verbesserung der Miktionsbeschwerden, einer Verringerung des Harndrangs und einer Verbesserung der Lebensqualität [2]. In einer Studie mit 27 Männern zeigte sich bei regelmäßiger FMS-Behandlung mit 4-12 Hz nach einem Monat eine Verringerung des Prostatavolumens sowie eine Verbesserung der Symptome des unteren Harntrakts (IPSS), ohne dass es zu Nebenwirkungen auf die hormonelle oder sexuelle Funktion kam [3]. 
In einer Studie, in der die Effekte von FMS mit denen der Pharmakologie (α-Blocker Alfusosin) verglichen wurden, zeigte die mit FMS behandelte Gruppe eine signifikante Verbesserung der Prostatahyperplasie-Symptome, einschließlich einer Verbesserung des IPSS, eines verringerten Prostatavolumens, eines verringerten Restharns und einer verbesserten Harnflussrate [4]. Die positiven Ergebnisse blieben bei allen mit FMS behandelten Patienten nach 1 Jahr bestehen, was in starkem Kontrast zu der Tatsache steht, dass alle mit Pharmakologie behandelten Patienten innerhalb eines Monats nach der Behandlung eine Prostatektomie erhielten [4]
Daten aus einer Studie zu den Auswirkungen von FMS auf die Prostata bei Hunden, zeigten eine signifikante Reduktion des Prostatavolumens, ohne Beeinträchtigung der Spermienqualität, des Testosteronspiegels oder der Libido [5]. Es wurde auch eine Verbesserung des Blutflusses gesehen, dies ist ein möglicher Mechanismus, durch den FMS die BPH verbessert [5]

1. Pulsed electromagnetic field with or without exercise therapy in the treatment of benign prostatic hyperplasia.
Elgohary HM & Tantawy SA.
J PhysTher Sci. 2017; 29: 1305-1310.

2. Possible Applications of Electromagnetic Fields in the Treatment of Symptoms Related to Benign Prostatic Hyperplasia.
Brardi S, Biandolino P, Giovannelli V, Belba A, Ponchietti R, Cevenini G.
Am J Urol Res. 2020 April;5(1): 006-010.


3. Therapeutic use of pulsed electromagnetic field therapy reduces prostate volume and lower urinary tract symptoms in benign prostatic hyperplasia. 
Tenuta M, Tarsitano MG, Mazzotta P et al. 
Andrology. 2020; 8:1076-1085.


4. Effects of pulsed electromagnetic fields on benign prostate hyperplasia
Giannakopoulos XK, Giotis C, Karkabounas SCh, Verginadis II, Simos YV, Peschos D, Evangelou AM
Int Urol Nephrol. 2011 Dec;43(4):955-6


5. Effect of Pulsed Electromagnetic Field Therapy on Prostate Volume and Vascularity in the Treatment of Benign Prostatic Hyperplasia: A Pilot Study in a Canine Model.
Leoci R, Aiudi G, Silvestre F, Lissner E, Lacalandra GM.
The Prostate. 2014 June; 74:1132-1141. Doi: 10.1002/pros.22829


Nach Prostatektomie:
In zwei Studien wurden die klinischen Auswirkungen der Funktionellen Magnetstimulation (FMS) und der Funktionellen Elektrostimulation (FES) auf die Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie verglichen [1,2]. Sowohl FMS als auch FES führten zu einer früheren Kontinenz im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur Beckenbodenmuskelübungen durchführte [2]. Es zeigte sich, dass FMS gegenüber FES einen klinisch relevanten Vorteil bei der Reduktion der Stressharninkontinenz nach radikaler Prostatektomie hat [1].

Harninkontinenz nach Prostatektomie Referenzen:
1. Electrical stimulation versus extracorporeal magnetic innervation for urinary incontinence after radical prostatectomy.
Terzoni S, Montanari E, Mora C, Ricci C, Destrebecq AL.
Int J of Urol Nurs. 2013; 7(3): 121–125. doi: 10.1111/ijun.12008


2. COMPARATIVE STUDY OF EFFECTS OF EXTRACORPOREAL MAGNETIC INNERVATION VERSUS ELECTRICAL STIMULATION FOR URINARY INCONTINENCE AFTER RADICAL PROSTATECTOMY
Yokoyama T, Nishiguchi J, Watanabe T, Nose H, Nozaki K, Fujita O, Inoue M, Kumon H.
UROLOGY 2004. 63: 264-267. doi:10.1016/j.urology.2003.09.024


Chronische Prostatitis:
FMS verbessert die Symptome der chronischen Prostatitis und des chronischen Beckenschmerzsyndroms bei Männern, die nicht auf eine pharmakologische Behandlung ansprechen [1]. Dies wurde durch eine signifikante Verbesserung der Schmerzen, der Beschwerden des unteren Harntrakts und der Lebensqualität, am Ende der Behandlung nachgewiesen. Diese Verbesserungen blieben bei der 24-wöchigen Nachuntersuchung bestehen [1].

Chronische Prostatitis Referenzen:
1. The Efficacy of Extracorporeal Magnetic Stimulation for Treatment of Chronic Prostatitis/Chronic Pelvic Pain Syndrome Patients Who Do Not Respond to Pharmacotherapy.
Kim TH, Han DH, Cho WJ, Lee HS, You HW, Park CM, Ryu D, Lee K.
UROLOGY. 2013; 82: 894-898